Orientierungsdesign


Der Fachbereich Orientierungsdesign beschäftigt sich mit der Orientierung des Menschen an unbekannten Orten. Ein gutes Orientierungsdesign verbindet die Disziplinen Architektur, Grafik- und Produktdesign unter Berücksichtigung der Wahrnehmungspsychologie zu komplexen Systemen. Zu diesen Systemen zählen Orientierungs-, Leit- oder Informationssysteme. Jungmann Design ist sowohl auf die konzeptionelle Arbeit, als auch die Gestaltung der Kommunikationsmittel und Gestaltungselemente spezialisiert.
Um gutes Orientierungsdesign entwickeln zu können, ist eine gute konzeptionelle Vorarbeit unabdingbar. Diese Konzeptionsleistung wird von Jungmann Design ebenso wie die grafische Gestaltung des Leitsystems mit angeboten und geliefert. Um die reibungslose Umsetzung der festgelegten Designrichtlinien gewährleisten zu können, weden die in einem Designmanual festgelegt und definiert. Diese Designmanuals werden ebenfalls von Jungmann Design erstellt und nach Beendigung der Planungsphase zur Ausschreibung der Umsetzung an den Kunden übergeben. Den vorgestellten Projekten sind beispielhafte Designmanuals als PDF-Datei zum Download beigefügt. Somit können Sie Sich einen guten Einblick verschaffen.





zu Designkonzept – flow Ag

Jedes Projekt beginnt mit einer Idee. So auch im Orientierungsdesign. Der konzeptionelle Ablauf beginnt mit der Recherche. Hierbei werden die Gebäude, die Außenbereiche und alle Erschließungsmöglichkeiten untersucht. Anschließend werden der Gebäudekomplexe gegliedert und die Besucherströme ermittelt. Hierbei werden sowohl die Besucherströme berücksichtigt, die sich auf natürliche Weise bilden, aber auch die gezielt gesteuerten Laufwege definiert. Sobald alle Besucherströme oder möglichen laufwege ermittelt sind, werden die Positionen festgelegt, an denen die notwendigen Informationen bereitgestellt werden. Wenn man diese Positionen festgelegt hat, kann man die Informationen definieren, die dort benötigt werden, um die Besucherströme wie geplant zu leiten. Nach Gliederung und Verotung der Informationen, kann die Gestaltung beginnen. Denn jetzt weiß man, wieviele Informationen an den knotenpunkten bereitgestellt werden müssen

Produktion – flow AG

Die Buchstaben, Ziffern und Etagenpläne werden zunächst aus 3mm starken Aqrylplatten gefräst. Im Anschluss werden diese Elemnte in den festgelegten Farben (Rot, Blau oder Grün) lackiert. Wenn der Lack getrocknet ist, werden die Elemente nummeriert und in Schablonen aus Pappe gesetzt um eine millimetergenaue Montage vor Ort vorzubereiten.

Montage – flow AG

Die Monteure vor Ort können anhand der Nummerierungen und der Verortungspläne aus dem Designmanual die genauen Positionen der Wegweiser und der anderen Informationselemente zuordnen. Die Flächen werden zunächst gereinigt. Anschließend werden die Schablonen auf Maß montiert und ausgerichtet. Wenn die Schablonen befestigt sind, werden die Buchstaben und Ziffern mit einem Spezialklebstoff zur Montage vorbereitet. Anschließend werden diese dann mit Hilfe der Schablonen passgenau auf die Wand montiert. Im Außenbereich werden die Elemente zusätzlich mit kleinen Stifenten versehen. Diese sorgen für zusätzliche Stabilität. Sie sitzen auf der Mittelachse der Buchstaben. So kann die Bewegung des Materials bei Wärme und Kälte kompensiert werden, ohne dass sich die Mittelachse verschiebt.

Leitsytsem – flow AG


Das Leitsystem für den Gebäudekomplex der flow AG in Wuppertal wurde im Jahr 2022 geplant und umgesetzt. Der Komplex besteht aus drei Häusern, zu deren Unterscheidung die farbliche Codierung eingesetzt wird. Da das Wohnkonzept dieses, für Studenten vorgesehenen, Wohnkomplexes die Gebäude in unterschiedliche Themenwelten gliedert, sind die verwendeten Farben diesen Themen entsprechend zugeordnet. So ist die Orientierung durch die farbliche Gliederung der Gebäudeteile, aber auch die Harmonie innerhalb der drei Themenwelten gewährleistet.

Das Thema in Haus 1 ist "Industrial". Deshalb wurde der rostbraune Rotton verwendet um das Thema farblich aufzugreifen.

Das Thema in Haus 2 ist "Urban". Hier wurde mit blau gearbeitet um die Speigelbilder des Himmels zu zitieren, dass sich an den riesigen Glasfassaden der Großstädte zeigt.

Das Thema in Haus 3 ist "Nature". Hier sind die Gestaltungselemente des Leitsystems in grün gestzt. Der gewählte Farbton zitiert die Natur bzw. das Chlorophyl, das den Pflanzen zur Umwandlung der Lichtenergie in chemische Energie dient.

Um Ihnen dieses tolle Projekt komplett vorstellen zu können, zeigen wir Ihnen hier nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Produktion der Informationselemente und deren Montage vor Ort.

Leitsystem – OLG Köln


Herr Dr. Henzler, Richter am Oberlandesgericht Köln und Dezernent für Liegenschaften und Finanzen schreibt:

„Die Einrichtung eines neuen Wegeleitsystems im Justizgebäude Reichenspergerplatz, welches neben den Arbeiten zur Erstellung eines Manuals und der Begutachtung von Musterschildern insbesondere eine umfassend strukturierte Vorplanung voraussetzte, wurde initiiert, unterstützt und fachlich begleitet von Herrn Marc Jungmann. Sein profundes und breit angelegtes Wissen waren bei diesem Projekt außerordentlich hilfreich. Bei seinen vorbereitenden Planungen wurde ein besonderes Augenmerk auf die Barrierefreiheit der neuen Beschilderung gelegt. Neben der Verwendung der Brailleschrift und taktilen Informationen erfolgte die Farbauswahl unter Berücksichtigung von Farbsehschwächen. Als Fachplaner hat Herr Jungmann im Rahmen seines Konzeptes besonderen Wert darauf gelegt, dass die Tür-, Hinweis- und Flurschilder dem Besucher stets eine intuitiv rasch nachvollziehbare Orientierung darüber geben, in welchem Teil des Gebäudes er sich aufhält. Auch die in dem Justizgebäude Reichenspergerplatz ansässigen drei Behörden können in dem Wegeleitsystem anhand einer prägnanten Farbgebung rasch zugeordnet werden. Insgesamt hat Herr Jungmann unserem Haus überaus hilfreiche und segensreiche Hinweise gegeben, um das einzurichtende Wegeleitsystem für denjenigen perfekt auszugestalten, den es angeht - den Besucher!“


Manual OLG Köln
Land-/ Amtsgericht Kleve


Das Land-/ Amtsgericht in Kleve befindet sich in einer mittelalterlichen Burganlage. Über ein Orientierungssytem eine gute Orientierung zu ermöglichen, stellt hier eine besondere Herausforderung dar. Da sich der Gebäudekomlex nur über eien Eingang im Bauteil A erschließen lässt, und alle weiteren Bauteile nur von dort aus über das erste OG erreicht werden können, war hier eine starke konzeptionelle Vorarbeit der Schlüssel zum Erfolg. Nur über eine plausible Neustrukturierung der Bauteilbezeichnungen und Raumnummern ist es Jungmann Design gelungen, ein Orientierungsdesign zu etablieren, das den Besuchern dienlich ist. Die genauen Gestaltungsvorgaben und die konzeptionelle Vorarbeit können Sie in den bereitgestellten PDF-Daten einsehen.

Manual Kleve
Via Industrialis


Die Via Industrialis ist ein Projekt des Vereins Rheinische Industriekultur e.V. und bildet einen Teil der Rheinschiene Köln-Düsseldorf. In insgesamt sieben Routen gegliedert, bildet die Via Industrialis einen Kulturpfad, der die wichtigsten Industriebauten Kölns miteinander verbindet. Die Top 11 der Gebäude dieses Kulturpfades werden durch separate Piktogramme besonders hervorgehoben. Zu den Routenplänen gibt es zusätzliche Unterrouten, die beispielsweise auf Fabrikgeländen – mit mehreren der Route angehörigen Gebäuden – für eine klare Übersicht sorgen. Zu allen Gebäuden werden Informationsstelen erstellt. Zusätzlich gibt es Flyer mit den Routen und ein Buch, dass alle Routen und deren Objekte vorstellt. Um die Informationen zu den Routen und Objekten der Via Industrialis im Internet zur Verfügung stellen zu können, wurde eine Webseite (www.via-industrialis.de) entwickelt und die bestehende Webseite der Rheinischen Industriekultur e.V. überarbeitet. So kann man zwischen den beiden Webseiten anhand Klicks auf das jeweilige Logo der Via Industrialis oder der Rheinischen Industriekultur hin und her switschen. Die Webseiten sind responsive gestaltet und somit für alle Endgeräte (PC-Bildschirm, Tablet, und Smartphone) optimiert.
Landesbehördenhaus Köln


In Zusammenarbeit mit dem BLB (Bau- und Liegenschaftsbetrieb) NRW haben wir das Leitsystem für das Landesbehördenhaus Köln entwickelt. In diesem Gebäudekomplex befinden sich folgende Landesbehörden: Oberlandesgericht, Landesarbeitsgericht, Arbeitsgericht sowie Teile der Bezirksregierung. Sowohl die konzeptionelle Gliederung der Informationen sowie die Festlegung derer Positionen, als auch die Gestaltung des Orientierungsdesigns waren unsere Aufgabe. In diesem Projekt haben wir mit Typografie auf Wand gearbeitet. Zusätlich zu den Informationen, die auf die Wände geschrieben wurden, kamen taktile Informationen für Sehbehinderte zum Einsatz.
Gesamtschule Hürth


Das Neubauprojekt "Gesamtschule Hürth" wurde in zwei Bauprojekte gegliedert. Zum einen das "Schulgebäude" und zum anderen die "Sporthalle". Auf Grund dieser Aufteilung gab es zwei unterschiedliche Generalunternehmer und Auftraggeber. Jungmann Design wurde für beide Teilbereiche mit der Konzeption und Gestaltung des Wegeleitsystems beauftragt. Für das Projekt "Schulgebäude" war das Unternehmen "Wolff & Müller" unser Auftraggeber. Für das Prejekt "Sporthalle" hingegen wurden wir von der Stadt Hürth direkt beauftragt. Das grundsätzliche Gestaltungskonzept besteht aus Buchstaben und Piktogrammen, die ohne einen zusätzlichen Informationsträger direkt auf dem Sichtbeton sitzen. Die farbliche Codierung wird zur Unterscheidung der Ebenen genutzt und die Bauteile werden durch die Buchstaben A, B, und C gekennzeichnet. Die Verteilung findet erst horizontal und anschließend vertikal statt.
Amtsgericht Gummersbach


Das Leitsystem für das Neubauprojekt "Amtsgericht Gummersbach" ist in Bezug auf die Barrierefreiheit ein absolutes Vorzeigeobjekt. Die gesamte Wegführung wurde hier nicht über klassische Wegweiser sicher gestellt, die in die Richtung der entsprechenden Säle und Räume verweisen, sondern über eine direkte Zielerfassung.
Das bedeutet, dass der Rezipient gleich beim Betreten der aufgesuchten Etage erkennt, wo sich sein Ziel befindet. Dies wird durch große Saalnummern über den Sizungssälen und WC-Piktogrammen über den WC-Türen sicher gestellt. Diese großen Saalnummern bieten Sehbehinderten mit Sehrest ebenfalls eine gute Orientierung. Für Sehbehinderte mit sehr geringem bis gar keinem Sehrest wird ein taktiler Etagenplan auf einem Pulttisch bereitgestellt. Zu diesem Pulttisch und von ihm weg führen so genannte Bodenindikatoren. Diese Bodenindikatoren sind in schwarz auf weißem Boden platziert und bieten somit einen möglichst hohen Kontrast.
Weitere Leitsysteme


Jungmann Design berät sowohl Wirtschaftsunternehmen, als auch Landesbehörden und Bundesagenturen. Hier sehen Sie einen kleinen Auszug erlesener Arbeitsbeispiele. Die hier vorgestellten Projekte zeigen beispielhaft, wie flexibel das Unternehmen Jungmann Design die Gestaltung der unterschiedlichen Leitsysteme auf die jeweilige Situation anpasst. Auch die Barrierefreiheit ist ein wichtiger Aspekt im Orientierungsdesign für öffentlich zugängliche Gebäude. Die barrierefreie Gestaltung von Leitsystemen ist nicht nur eine große Herausvorderung für Designer, sondern auch eine absolute Stärke von Jungmann Design.